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Was ist Meditation?

Der Begriff „Meditation“ kann einerseits einen Zustand bezeichnen (jemand befindet sich in Meditation), andererseits handelt es sich um einen Oberbegriff für eine Vielzahl von Methoden (jemand praktiziert Meditation). Die Meditationsmethoden und die Zielsetzungen, mit denen sie praktiziert werden, sind so unterschiedlich, dass es kaum möglich erscheint, eine Definition zu finden, die alle Varianten umfasst, aber noch spezifisch genug wäre, um Meditation von anderen Verfahren abzugrenzen. Manche Meditationsmethoden beinhalten Bewegungen (z.B. Qigong), die meisten werden jedoch in einer statischen Sitzhaltung ausgeübt (sogenannte „stille“ Meditation). Die Aufmerksamkeit kann dabei sehr intensiv auf ein Objekt gerichtet werden (enger Fokus), aber auch auf alle Wahrnehmungen, die im Bewusstsein auftauchen (weiter Fokus). Meditation wird heute nicht mehr ausschließlich als religiöse Versenkungsübung angesehen und praktiziert, sondern auch als Entspannungsverfahren und als Mittel zur Stressbewältigung. So existieren neben den traditionellen Meditationsmethoden heute auch mehrere klinische Verfahren, die aus ersteren abgeleitet wurden, ohne jedoch deren religiöse Weltanschauungen und Zielsetzungen zu übernehmen. Einen Überblick über die prominentesten traditionellen und klinischen Meditationsmethoden gibt die Rubrik „Richtungen“. In wissenschaftlichen Studien wird die untersuchte Meditation leider oft nur unvollständig beschrieben, was die Aussagekraft beeinträchtigt und den Nachvollzug erschwert. Eine vollständige Definition sollte beinhalten:

  • Angaben zur praktizierten Meditationsmethode (Wie wurde Meditiert?),
  • Angaben zu Bewusstseinsveränderungen (Was haben die Meditierenden erlebt? Meditationszustände ),
  • eine Darstellung der zeitlichen Dynamik (Wechselwirkung zwischen Methode und Zuständen, der Meditationsprozess ) und zwar auf der Mikro-Ebene (während einer Sitzung; Sekunden, Minuten, Stunden) und auf der Makro-Ebene (im Verlauf der Übungspraxis; Tage, Wochen, Jahre),
  • eine Beschreibung des Kontextes, in dem die Meditation praktiziert wurden ( Setting: zu Hause, in der Klinik, im Kloster/Ashram; Art der Anleitung) und
  • Angaben zu den Meditierenden selbst ( Set: Vorerfahrungen, Motivation, Ziele, Erwartungen etc.).