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Qualitätskriterien

Anders als in der Psychotherapie und medizinischen Versorgung bleibt das Qualitätsmanagement der vielfältigen Meditationsangebote den Einrichtungen und Zentren selbst überlassen, die Meditation anbieten. Es gibt keine generelle, allgemein gültige und verbindliche Übereinkunft an Richtlinien und Qualitätskriterien. Die SMMR spricht sich daher für ein generelles Qualitätsmanagement aus. Folgende Kriterien sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Qualifikation des Lehrers
    (Besteht ein Lehrauftrag bzw. eine qualifikationsgerechte Ernennung zum Lehrer? Wie viele Jahre kontinuierliche Meditationspraxis und wie viele Jahre Lehrtätigkeit in dieser Meditationsmethode können nachgewiesen werden? Bekommt der Meditationslehrer selbst auch Supervision? Welche Einsichten, Sichtweisen und Einstellungen kommuniziert der Lehrer? Wie anschaulich und verständlich ist die Didaktik bzw. Vermittlung? Wie fanatisch oder missionarisch geht der Lehrer vor und wie spricht er über andere spirituelle Traditionen? Wie konkret und individuell geht er auf Probleme und Fragen ein? Wie viel Empathie, Mitgefühl, Freundlichkeit, Geduld, Klarheit, Authentizität, Bescheidenheit und generelle Reife bringt der Lehrer zum Ausdruck?)
  • Authentizität der Schule und Übermittlung
    (Wird eine authentische Tradition vermittelt oder eher eine neu-esoterische Erfindung oder Fusion? Besteht eine Anbindung an eine spirituelle Tradition und eine Anerkennung innerhalb dieser Tradition? Kann die Ursprünglichkeit/Echtheit der Übermittlung in einer ungebrochenen Übertragungslinie nachgewiesen und nachvollzogen werden?)
  • Offenheit für Wissenschaft und Meditationsforschung
    (Besteht eine wissenschaftliche Fundierung der vermittelten Meditationsmethode, wurde sie bereits erforscht und besteht die Offenheit für weitere empirische Forschung? Wird eine Ideologie oder fixe Überzeugung vertreten, die über Wissenschaft und Forschung gestellt wird und als Rechtfertigung dient, jegliche Meditationsforschung und Kritikmöglichkeit abzulehnen?
  • Vorgelebte Ethik
    (Leben die Lehrer in Einklang mit den ethischen Prinzipien ihrer Tradition? Oder haben sie durch Drogenexzesse, sexuelle Nötigung, Macht- oder Rollenmissbrauch, Steuerhinterziehung oder anderen Übertretungen ethischer Prinzipien für Skandale gesorgt?)
  • Eintrittsgelder
    (Stehen die Aufnahme-, Teilnahme- oder Mitgliedergebühren in einem gesunden Preis-Leistungsverhältnis oder übersteigen sie einen angemessenen Rahmen, so dass der Verdacht materieller Gier aufkommt? Vor esoterisch klingenden Rechtfertigungen überhöhter Preise wie „alles Gute hat seinen Preis“ oder „die Inhalte sind sowieso unbezahlbar“ muss dringend gewarnt werden! Im Mutterland der Meditation, dem alten Indien, gilt noch heute der Grundsatz, dass Meditation und Weisheit zu den „heiligen Dingen“ im Leben gehören, die unbedingt kostenlos angeboten werden sollten, damit jeder Mensch die Möglichkeit hat, sie zu erhalten und zu praktizieren. Meditation ist kein Produkt, das man kaufen kann, und daher kostenlos. Was bezahlt werden muss, sind höchstens Anteile an Raumnutzungskosten und eine Entschädigung oder Spende für die Zeit, die der Meditationslehrer mit einem verbringt.)
  • Organisationsstruktur und Selbstdarstellung
    (Besteht eine strenge hierarchische Machtstruktur oder eher eine demokratische Form der Zusammenarbeit? Wird aggressives oder selbstherrliches Marketing betrieben? Wird ein grandioses Selbstverständnis vertreten, mit spirituellen Auszeichnungen geworben oder der elitäre Zugang zu den höchsten Lehren versprochen? Wird hier der schnellste, direkteste oder einfachste Weg verkauft, der zur allerhöchsten Stufe führt?)